21. August
23. August 2019

Beginn: 19:00 Uhr  |  End: 23:00 Uhr

Künstler „made in France“ auf dem Pop-Kultur Festival 2019

Kulturbrauerei Berlin
21. August
23. August 2019

Beginn: 19:00 Uhr  |  End: 23:00 Uhr

Das Line-Up der nächsten Ausgabe von Pop-Kultur Berlin ist komplett: Live-Act, Workshops und Debaten umfassen die drei Tage des Berliner Festivals, das vom 21. bis 23. August auf dem Gelände der Kulturbrauerei stattfindet.

»Pop-Kultur« ist ein internationales Festival, das im Jahr 2019 vom 21. – 23. August mit seiner fünften Edition auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Berlin stattfinden wird. Das Live-Programm des Festivals entfaltet sich in rund 100 Konzerten, DJ-Sets, Ausstellungen, Installationen, Talks und Filmen und legt außerdem ausgesprochenen Wert auf Internationalität und geschlechtliche Diversität.

Auch 5 Künstler „made in France“ werden auf dem Pop-Kultur 2019 vertreten sein – hier stellen wir sie euch vor!

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Michelle Blades

Es gibt da diese Standardfrage, die aufstrebenden Talenten gestellt wird. Sie lautet: „War deine Familie musikalisch?“. In Michelle Blades’ Fall lautet die Antwort „Ja, leider.“ Denn die in Panama geborene Tochter einer Salsa-Familie verbrachte nach der Flucht ihrer Eltern in die USA zwar ein Großteil ihres Lebens in Musikstudios, ihre eigenen künstlerischen Avancen wurden aber unterbunden. Als sie aber 16 war, zog sie aus. Das erste Gehalt wurde in eine Ukulele investiert und ein paar Jahre später ist die Multi-Instrumentalistin schon dort, wo sie schon immer hingehörte: auf den Bühnen dieser Welt. Dass sie ihr popmusikalisches Erweckungserlebnis Feist zu verdanken hat, ist ihren zurückhaltenden Folk-Songs anzuhören, während die Songs ihres neuen Albums Visitor vor allem durch popaffinen Garage-Sound brillieren. Bei Pop-Kultur trat sie im Jahr 2017 bereits zwei Mal in Erscheinung: als Bassistin der Band von Fishbach und als Duo mit Fishbachs Gitarristen Alexandre Bourit.

Juicy

Eine Suchmaschinenanfrage für die Begriffe „Juicy“ und „GHB“ führt entweder in die dunkleren Ecken des Internets oder auf die bunte Seite der belgischen Rap-Landschaft. Juicy, das sind Julie Rens und Sasha Vovk, und der Song „GHB“ ist ein ausgesprochen ernster, obwohl das begleitende Video kaum farbenfroher sein könnte. Um K.o.-Tropfen geht es, genauer gesagt um Männer, die einer Frau GHB verabreichen, um sie zu vergewaltigen – und am Ende ihre gebührende Strafe behalten. Es ist nicht der einzige Song auf der Debüt-EP Cast a Spell, der eindeutige Ansagen macht. Das nämlich tun die von Neunziger-R’n’B oder zeitgenössischem Hip Hop beeinflussten Tracks des Duos alle. Dass Rens und Vovk ihre Abrechnungen mit Bodyshaming und Mackertum in grelle Farben und viel Humor verpacken, macht sie umso eindrücklicher.

Léonie Pernet

Léonie Pernet vereint so viele Talente in einem Leben, dass es unübersichtlich wird. 2014 debütierte die Schlagzeugerin, Sängerin und Komponistin auf Kill The DJ, dem legendären Label aus dem Umfeld der gleichnamigen Partyreihe im Pariser Le Pulp, war aber gleichzeitig bei unter anderem der Band Yuksek aktiv. Ihr Debütalbum Crave für InFiné versammelte in den Credits eine Menge von Namen aus verschiedenen Bereichen der elektronischen Musik, Chloé Raunet von C.A.R. oder Kill-The-DJ-Mitbegründer Ivan Smagghe etwa, zitierte aber auch die französische Schriftstellerin Marguerite Duras. Das zwischen Pop, modernen Kompositionstechnik und elektronischer Musik navigierende Crave entstand zwar in der Abgeschiedenheit ihres Pariser Studios aus einem Gefühl der Einsamkeit heraus und schafft doch Verbindungen – kulturelle, musikalische, emotionale. Das mag zwar unübersichtlich wirken, verschafft vor allem aber viele Einsichten.

Mauvais Œil

Wie viele Menschen können sich schon auf die Musik von Daphne Oram, Souad Bouali, Kim Wilde und den Meridian Brothers einigen? Uns fallen zwei ein, sie heißen Sarah Benabdallah und Alex Lebon, leben in Paris und nennen sich gemeinsam Mauvais Œil. Dabei ist der Blick der beiden weniger böse denn vielmehr getrübt. Denn eine gewisse Melancholie zieht sich durch die Musik, welche die beiden Anfang 2019 mit Constantine präsentierten. Constantine selbst ist mehr (Sehnsuchts-)Ort als klassische Musikveröffentlichung, geprägt von Saz-Klängen, byzantinischen Tonleitern und wave-inspiriertem Disco-Sound, den Mauvais Œil selbst „Bledwave“ oder „Death Oriental“ nennen. Musik zum Mitleiden, Musik zum Davongetragenwerden, Musik für eine entgrenzte Welt, in der alle ihren Platz finden.

Decibelles

Wer gleichzeitig im Punk-Fanzine Bierschinken und dem WDR stattfindet, hat es geschafft. Nur was genau, ist noch die Frage. Im Falle von Sabrina Duval, Fanny Bouland and Lamson Nguyen lautet die Antwort, dass die Band aus Lyon durch die Bank weg die verdiente Aufmerksamkeit bekommt. Als Decibelles machen sie mit viel Verve Punkrock mit Garage- und Noise-Rock-Einflüssen und auf Englisch oder Französisch gesungenen Hooks, die im Ohr kleben bleiben wie frisch geschnittener Koriander an Edelstahl. Nicht nur der Sound der im Jahre 2005 zu Schulzeiten gegründeten Band stimmt allerdings, sondern auch die Attitüde. Denn neben Ansagen ans Mackertum der Punk-Szene gibt es auf Alben wie dem vor zwei Jahren erschienenen TIGHT auch noch essentiell Tipps zu Stil und Gepflogenheiten: „You should leave your disguise and free your mind“, heißt es auf „Sausage Day“. Die Decibelles haben das schließlich auch geschafft.

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Mittwoch 21 Aug 2019 - 19:00 bis Freitag 23 Aug 2019 - 23:00
Samstag 31 Aug 2019 - 21:00
Freitag 06 Sep 2019 - 16:30