© Pierre-Jérôme Adjedj
09. May 2017
29. June 2017

Beginn: 14:00 Uhr  |  End: 18:00 Uhr
Eintritt frei

Ausstellung und Vortragsreihe - RDA Splitter

Galerie des Institut Français Berlin
Kurfürstendamm 210-211
10719 Berlin
09. May 2017
29. June 2017

Beginn: 14:00 Uhr  |  End: 18:00 Uhr
Eintritt frei

Das Ende der DDR kam ebenso plötzlich wie unumkehrbar. Dieser Staat hatte alles geplant, mit Ausnahme seines Zusammenbruchs. Mit dem politischen System zerfielen auch, bedingt durch verschiedene Prozesse und mehr oder weniger schnell, die Dinge des Alltags und die Orte, die damit verknüpft waren.

„Verlassene Orte“, sie sind die Zeugen, „Narben“, einer vergangenen Größe. Sie laden ein zum Nachdenken. Denn, wenn man sie auch betreten kann – mitunter leicht, wenn man aus einem Gitter eine Leiter macht, oder eine zerbrochene Fensterscheibe als Einladung betrachtet – so kann man sie doch ganz nie erfassen. An solchen Orten, die aus einer anderen Zeit in die Gegenwart „hineinragen“, muss der Historiker seinen Platz an den Künstler abtreten, der „Stadt-Archäologe“ wird Erzähler.

An diesen von einer Staubschicht bedeckten, erstarrten Orten, wird die Geschichte der DDR erzählt, eines Landes, quasi in der Waagerechten, dessen Reste auf den Flohmärkten ausgebreitet werden, wenn sie nicht gänzlich in Garagen, verlassenen Fabriken oder anderen, ehemaligen sozialen Treffpunkten (z.B. Häuser der Kultur) bleiben.
18 dieser verlorenen Orte, die sich früher im Zentrum der Stadt Frankfurt (Oder) befanden, werden jeweils in der Form eines Triptychons präsentiert.

Die Stadt war Bezirkshauptstadt und industriell bestimmt durch das große Halbleiterwerk, ein Kombinat, das sich auf die Herstellung von Halbleitern spezialisiert hatte. Direkt an der polnischen Grenze gelegen, war Frankfurt zugleich der geeignete Treffpunkt für die beiden sozialistischen „Bruderstaaten“.

Pierre-Jérôme Adjedj bringt durch seine Fotografien, die jeweils das erste Element des Triptychons bilden, in unvergleichlicher Weise diese unbedeutend erscheinenden Orte zum Sprechen. Unbedeutend, wie auch die gesammelten Objekte, die erst durch den Zauber der musealen Geste ihren Wert erhalten. Sie bilden das zweite Element. Die Kommentare der Historiker Nicolas Offenstadt und Rita Aldenhoff-Hübinger, die zusammen an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) arbeiten, vollenden das Triptychon.

 

Die Ausstellung wird von einem Seminar an der Viadrina und einer Vortragsreihe am IFB begleitet.

Di 23.05.2017 | 18h00 „Modern - Müll - Museum. Wandlungen der Dingkultur der DDR“ mit Dr. Andreas Ludwig (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)

Mi 31.05.2017 | 18h00 „Kampf der Glocken im Kalten Krieg. Die Freiheitsglocke in Westberlin und die Friedensglocke in Frankfurt (Oder)“ mit Prof. Dr. Gangolf Hübinger (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder)

Mi 07.06.2017 | 18h00 „Die Stasi im historischen Gedächtnis der Berliner Republik: Zwischen Aufarbeitung und Ikonisierung“ mit Prof. Dr. Emmanuel Droit (Centre Marc Bloch, Berlin)

Mi 14.06.2017 | 18h00 „Frankfurt (Oder) - eine Bezirksstadt der DDR, 1952-1990“ mit Prof. Dr. Rita Aldenhoff-Hübinger (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder)

Di 20.06.2017 | 18h00 Table ronde : „Wie können wir die Geschichte der DDR heute vermitteln?“ mit Nicolas Offenstadt (Moderator), Kerstin Langwagen (Leipzig), Rita Aldenhoff-Hübinger (Frankfurt/Oder) und Rainer Bendick (Osnabrück)

 

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